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TU Berlin

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Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2017

VL 3132 L 541

Prof. Dr. Rafał Makała

Orientalismus und Klassizismus. Schwerpunkte der Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts im polnisch-litauischen Staat

Donnerstag: 16-18 Uhr           Raum: A 060                 Beginn: 20.04.2017

Master MA-KUWI 1, 4
Bachelor BA-KulT KUWI 2, 5

Die bekannteste Eigenschaft der Kunst der Neuzeit im polnisch-litauischen Staat ist ihr Orientalismus. Diese Hinwendung zur persischen, tatarischen und v.a. türkischen Kunst wurde besonders im Textil- und Kunstgewerbe – in der Mode also – sichtbar und prägte so das Bild der polnisch-litauischen Monarchie in den Augen der Westeuropäer. Diese erstaun-liche Kunsterscheinung bedeutete dennoch keine Abkehr von der abendländischen Tradition. Im Gegenteil, das Interesse für die westeuropäische Kunst war ungebrochen groß. Die polnischen Könige und die Hochadeligen bestellten und sammelten Werke der bedeu-tendsten westeuropäischen Künstler (mit Rubens und Rembrandt an der Spitze). Parallel zum Orientalismus setzte sich nämlich eine streng klassizistische Strömung sowohl italienischer als auch niederländischer Herkunft in der polnischen Kunst durch. Eine gemeinsame Basis für die beiden Richtungen bildete u.a. die Ideologie des Sarmatismus, die die Herkunft des polnischen Adels auf die antiken Sarmatier zurückführte. In der Verbindung beider Tendenzen entstand ein Milieu, in dem solche Erscheinungen entstehen konnten wie die Kunst von Andreas Schlüter.

Die Vorlesung behandelt die wichtigsten Aspekte der polnisch-litauischen Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts: Residenzarchitektur, Kirchenbaukunst, Klassizismus und Orientalismus in der Mode. Stark fokussiert werden auch die einzelnen, regionaltypischen Kunst-erscheinungen wie z.B. das polnische Begräbnisbildnis, die expressive Rokokoskulptur des 18. Jahrhunderts oder die Kunst der polnischen Juden.

 

SE 3132 L 542

Prof. Dr. Rafał Makała

Der Westen des Ostens. Architektur und bildende Kunst in Großpolen (Posener Land) im 15.-19. Jahrhundert

Exkursionsseminar

Freitag: 12-15 Uhr                   Raum: A 072                  Beginn: 21.04.2017

Master MA-KUWI 1, 4, 7a
Bachelor BA-KuIT KUWI 2, 5

Das Seminar dient zur Vorbereitung und Auswertung einer für den 26.-28. Mai 2017 geplanten Exkursion. Gemeinsam mit StudentenInnen der Kunstgeschichte der Universität Posen (Poznań) werden die wichtigsten Bau- und Kunstdenkmäler jener Stadt und ihrer Umgebung besichtigt. Leitmotiv wird dabei die Konfrontation der verschiedenen Geschichtskonstruktionen in der Kunst, Kunstgeschichte und Denkmalpflege sein.

Der westliche Teil des historischen Königreichs Polen wird von westeuropäischen KunsthistorikerInnen und HistorikerInnen oft zugunsten der östlichen (Warschau) und südlichen (Krakau) Gebiete vernachlässigt. Der Name dieses Landes, Großpolen (lat. Polonia Maior) veranschaulicht dennoch die Tatsache, dass es sich um Polens Kernstück handelt, um dasjenige Gebiet, aus dem sich die polnische Monarchie entwickelt hatte. Die westliche Orientierung des Posener Landes beeinflusste die neuzeitliche Kunst jener Region sehr, schloss aber die für Polen in dieser Zeit typischen Erscheinungen (z.B. die Orientalisierung) nicht aus. Darüber hinaus wurde Großpolen im 19. und frühen 20. Jahrhundert, als Posen zu Preußen gehörte, zum Schauplatz einer Auseinandersetzung zwischen der preußischen Obrigkeit und den polnischen Einwohnern über den Charakter des Landes. In der Folge entstanden interessante Kunstwerke (u.a. von Schinkel, Schwechten oder Poelzig sowie führender polnischer Künstler jener Zeit), die das nationalspezifische Bild der Geschichte formen sollten. Auch in der Denkmalpflege und im Museumswesen wurden diese Auseinandersetzungen sichtbar (z.B. die Gründung der Raczynski-Bibliothek und des Kaiser-Friedrich-Museums). Im 20. Jahrhundert wurde diese Tätigkeit fortgesetzt – sowohl nach der Wiederentstehung Polens (1918) und nach 1945 als auch während des Zweiten Weltkrieges, als das Posener Land in die Grenzen des Dritten Reiches als s.g. Warthegau eingegliedert wurde.

Die TeilnehmerInnenzahl ist auf 10 begrenzt. Anmeldungen bitte bis zum 20.4.2017 per E-Mail an r.makala@tu-berlin.de

 

SE 3132 L 546

Prof. Dr. Rafał Makała

Kunstwanderungen zwischen den neuzeitlichen Höfen in Mitteleuropa

Donnerstag: 12-14 Uhr            Raum: A 060                   Beginn: 20.04.2017

Master MA-KUWI 1, 4
Bachelor BA-KuIT KUWI 2, 7

Das Zeitalter zwischen der Reformation und dem Dreißigjährigen Krieg war die Blütezeit der kleinen Herzogtümer im Osten des deutschen Reiches und im Umkreis der polnisch-litauischen Monarchie. Ein Grenzgebiet, in dem die politischen Kämpfe der Großmächte ausgetragen wurden (darunter auch Dänemarks und später Schwedens). In diesem Gebiet – das u.a. aus Pommern, Schlesien und Preußen bestand – überlagerten sich die italienischen und niederländischen Einflüsse. Im 18. Jahrhundert wurde diese Region durch die Grenzen der Großmächte und später, im. 19. und 20. Jahrhundert, der Nationalstaaten geteilt. Infolge dessen wurde die Kunstgeschichte jener Grenzregion oft aus der Perspektive der modernen Nationen geschrieben; damit verlor man die Gemeinsamkeiten dieser Territorien aus den Augen. Denn die deutschsprachigen Höfe des 16. und 17. Jahrhunderts in Ostmitteleuropa teilten ähnliche kulturelle Werte, zeichneten sich durch ein spezifisches Standesbewusstsein aus und standen vor der besonderen Herausforderung, sich gegen Kaiserreich, Polen und Skandinavien behaupten zu müssen. Der Austausch zwischen diesen Höfen war genauso bedeutend wie die lokale Tradition. Die über Generationen erhaltenen Verbindungen – die nicht selten durch Frauen gepflegt wurden – resultierten in der Migration und im Austausch von Kunstwerken, Künstlern und Konzepten, die dann (dank der führenden Rolle des Hofes im Lande) einen Einfluss auf die regionale Kunst ausübten.

Ziel des Seminars ist es einerseits, die Residenzen in Stettin, Güstrow, Brieg, Küstrin, Königsberg u.a. als Bauwerke in ihrer Blütezeit zu erforschen und dadurch die Bedeutung der Dynastien Ostmitteleuropas kennenzulernen. Darüber hinaus bietet das Seminar die Möglichkeit, Arbeitsmethoden des Kunsthistorikers, wie das Zusammenstellens des Forschungsstandes, die kritische Lektüre von Quellen und der bisherigen wissenschaftlichen Literatur einzuüben und anzuwenden, um anhand so erworbenen Wissens synthetische Texte zu den einzelnen Residenzbauten zu erstellen.

 

CO 3132 L 558

Prof. Dr. Rafał Makała

Forschungscolloquium zur Kunst in Ostmitteleuropa            

Freitag 15-17 Uhr, Raum A 072

Das Colloquium soll den Studierenden die Möglichkeit geben, sowohl ihre Themen um Vergleichsobjekte und Parallelen aus jenem Gebiet zu bereichern, als auch auf Ostmitteleuropa fokussierte Forschungsarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen zu schreiben. Es werden dabei einzelne Fragen und ganze Arbeiten vorgestellt und diskutiert – unter der Berücksichtigung der Reflexion über die Methodik der modernen Kunstgeschichte. Darüber hinaus werden wir auch die neuesten Fragen der Kunstgeschichte Ostmitteleuropas diskutieren, Ausstellungen besuchen und nachbereiten und uns mit anderen Problemen der Kunstwissenschaft beschäftigen. Anfangstermin sowie weitere Termine werden noch bekannt gegeben.

 

 

SE 3132 L 536

Ilka Waßewitz

Diesseits von Eden – Gartenkunst vom 16. bis frühen 19. Jahrhundert

Mittwoch: 14-17 Uhr             Raum: A 072                    Beginn: 19.04.2017

Master  
Bachelor BA-KuIT-KUWI 2, 7

Historische Gärten sind zweifelsohne ein besonderer Gegenstand der Kunstgeschichte, reflektieren sie doch im Zusammenspiel von Pflanzen, Elementen, Architektur und Bildender Kunst per se das paradigmatische Verhältnis von Kunst und Natur. In der Frühen Neuzeit erfüllten Gärten eine ganze Reihe unterschiedlichster Funktionen: Sie dienten als Orte des Rückzugs und der Kontemplation, waren Mittel der Herrschaft und Repräsentation oder Bühne für Feste und Spiele. Aufbau und Ausstattung formaler Gärten variierten natürlich je nach Territorium, Auftraggeber und Jahrhundert. Paradigmatisch war jedoch die besondere Beziehung zur Architektur, als deren räumliche Fortsetzung der Garten angesehen werden kann.

Im Seminar sollen an ausgewählten europäischen Beispielen aus vier Jahrhunderten formale Gestaltung und Ausstattung, Lustgebäude, Grotten, Staffagen, Wasserspiele sowie weitere Elemente und Funktionen ebenso zu Sprache kommen, wie die in der Kunstgeschichte gern vernachlässigte pflanzliche Zusammensetzung der Gärten. Der gartenhistorische Überblick von der Renaissance bis zur Aufklärung und Romantik reflektiert nicht zuletzt die Etablierung der Gartenkunst als Gattung unter den Künsten. Ferner führt uns die Tatsache, dass – bedingt durch die Vergänglichkeit der Gartenelemente, Klima- und Wettereinflüsse sowie spätere Veränderungen – kein historischer Garten aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert in seinem Originalbestand erhalten ist, Probleme in der Auseinandersetzung mit historischen Gärten und der Gartendenkmalpflege vor Augen, die ebenfalls zu thematisieren sein wird.

 

 

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Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis des Fachgebiets Kunstgeschichte