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Sgraffito in den Ländern der Böhmischen Krone im 16. und 17. Jahrhundert. (Arbeitstitel)

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts etablierte sich die Sgraffito-Technik in den Ländern der Böhmischen Krone. Ausschlaggebend hierfür scheint einerseits die direkte Rezeption in Italien selbst zu sein – insbesondere im Zusammenhang mit den Kavalierstouren der böhmischen Adligen, die sie in Städte wie Mailand, Mantua, Venedig, Genua und Padua führte und in deren Folge sie gezielt italienische Künstler in die böhmischen Länder einluden um ihre heimatlichen Residenzen – unter häufiger Verwendung der Sgraffito-Technik - neu gestalten zu lassen.

Andererseits spielten aber auch der direkte Transfer und die Vermittlung durch die aus dem norditalienischen Raum einwandernden Künstler, Baumeister und Handwerker eine bedeutende Rolle für die Etablierung der Sgraffito- Formen und Technik in den böhmischen Ländern.

So erklärt sich auch, dass sowohl das erste datierte Sgraffito in Prag, am Giebel der östlichen Seite des Wladislawflügels der Burg, als auch eine mit einer Jahreszahl versehene Sgraffito-Fassade im südböhmischen Slavonice/Zlabings, auf das Jahr 1546 zurückgehen.

Dennoch ist davon auszugehen, dass die ersten Aufträge in Prag, am Hofe des Königs und hoher Adliger, Bau- und Dekorationsaufgaben im ganzen Land und insbesondere auch an bürgerlichen Stadthäusern nach sich zogen.

Neben dem Versuch die Sgraffiti in den böhmischen Ländern kontextuell in einen gesamteuropäischen Zusammenhang zu setzen, soll in dem Dissertationsprojekt der Frage nachgegangen werden, warum für die Bürgerhäuser, vor allem Südböhmens neben der sehr hohen Qualität, wie sie von den Adelsresidenzen bekannt ist, auch eine vereinfachte Variante des Sgraffito charakteristisch ist.

Arbeiteten hier weniger herausragende Künstler? Oder entfaltete sich bereits früh nach Beginn der Verwendung der Sgraffito-Technik eine eher bürgerlich-regionale Ausprägung dieser Kunstform? Und welche Rolle spielten in diesem Zusammenhang einheimische Künstler und Handwerker? Zu prüfen wäre außerdem, ob die künstlerische Ausprägung dieser zweiten Entwicklungslinie allein durch geringere finanzielle Mittel bestimmt war, oder ob die Entscheidung, sich nicht den höfischen Vorbildern und Idealen unterzuordnen bewusst getroffen wurde.

Immer wieder eine Rolle spielt auch die Problematik des Erhaltungszustands, der Konservierung und Restaurierung der Sgraffiti des 16. und 17. Jahrhunderts in den Ländern der Böhmischen Krone.

 

Betreuerin: Aleksandra Lipińska

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